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Solistische Meisterschaft und facettenreiche Farbigkeit

Neuburger Rundschau 12.08.2008 – von Dr. Tobias Böcker

Neuburg - Eine formvollendete Vorstellung historischer Musizierkunst gab das Arsatius Consort unter der Leitung von Georg Brunner mitsamt einer ganzen Riege ausgezeichneter Solisten beim zweiten Konzert für Alte Musik der diesjährigen Sommerakademie. Mit Werken der Komponisten Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach und dessen zweitem Sohn Carl Philipp Emanuel erfreute ein wohl disponiertes Ensemble im Neuburger Kongregationssaal. Beschwingt, leicht, unterhaltsam, wie auf Flügeln klingt Antonio Vivaldis Sinfonia G-Dur für zwei Violinen, Viola und b.c. RV 147: Barocke Heiterkeit pur, von einem konzentrierten Ensemble in hoher Spiellaune dargeboten. In Carl Philipp Emauel Bachs Konzert g-moll für Cembalo und Streicher wartet als Solistin Christine Schornsheim mit einem beeindruckend expressiven Vortrag auf, setzt die empfindsame Emotionalität der Komposition um in effektvoll gefühlsbetonter und jeden Ton auskostender Phrasierung. Vor allem im Largo beeindruckt die Sensibilität der Darbietung. Dem gegenüber steht in eindrucksvollem Kontrast der impulsive Sturm und Drang des abschließenden Allegro und seiner hurtig fließenden Solostimme. Vivaldis Konzert für Blockflöte, Streicher und b.c. RV 443 spielt Dorothee Oberlinger an der Sopranflöte mit ungemeinem Esprit, temperamentvoller Virtuosität im temporeichen Allegro, kultiviertem Klang und gefühlvoller Hingabe im Largo und atemberaubender, förmlich tirilierender Geläufigkeit im abschließenden Allegro molto: Jubel im Kongregationssaal! Krönender Abschluss: Johann Sebastian Bachs Brandenburgisches Konzert Nr. 2 F-Dur BWV 1047 mit hoher Begeisterung aller Akteure in schwungvoll homogenem Zusammenspiel. Besonders reizvoll erweist sich die facettenreiche Farbigkeit der historischen Instrumente nicht allein der gebotenen Authentizität wegen, sondern auch, weil sie in zarter Differenzierung die feinen Nuancen einer der Klangwelt Bachs nahen Interpretation ermöglicht. Vor dem transparent musizierenden Arsatius Consort weben Pauline Nobes an der Violine, Dorothee Oberlinger an der Altflöte, Jaroslaw Rouceck mit hochgradig anspruchsvollem Part an der ventillosen Barocktrompete und Michael Niesemann an der Oboe die raffiniert verschränkten Melodiebögen Bachs in aufmerksamem Zusammenspiel ineinander, erfreuen durch eine durchwegs überzeugende Interpretation eines Referenzwerks historischer Musizierweise. Alle Achtung!